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Wir können Ihnen verschiedene Oberflächen für den Marmor anbieten:

1) POLIERT

2) GESCHLIFFEN = eine matte glatte Oberfläche

3) ANTIK GEBÜRSTET = eine matte Oberfläche mit kleinen Unebenheiten (leicht Antik)

4) ANTIK KLASSIK = eine unebebene Oberfläche mit Wachs eingelassen.

5) ANTIK GETROMMLET = sehr rustikale Oberfläche und Kanten

6) Sandgestrahlt = sehr rustikale Oberfläche

Oberflächen von Naturstein
Oberflächen von Naturstein gestern, heute morgen
Vorwort
Neben Holz ist Naturstein der älteste Baustoff der Menschheitsgeschichte. Die Natursteinhöhlen waren auch der erste Wohnort für die Menschheit, wie uns eindrucksvolle Höhlenbilder beweisen. Die Hochkulturen im Nahen Osten geben heute noch Auskunft über die Kunst Steine zu verarbeiten und sie als Raumgegenstand zu nutzen. Das hat sich bis heute fortgeführt. Dem Boden wurde im Altertum etwas weniger Beachtung geschenkt, als die Wände. Man kann heute noch die wundervollen Malereien in Pompeji betrachten.
Bodenbeläge und Ihre Optik hängen nicht nur vom Material und der Form ab, sondern vor allen Dingen von der Oberflächenbearbeitung. In modernen Bürogebäuden ist neben dem Erscheinungsbild auch die Wirtschaftlichkeit gefragt. Das hängt direkt mit der Reinigungsfähigkeit und natürlich der entsprechenden verlangten Rutschsicherheit zusammen.
Traditionelle Bearbeitungen
Die groben Bearbeitungstechniken, wie gespitzt, scharriert oder gekrönelt spielen in Innenbereichen nur in seltenen Ausnahmefällen eine Anwendung, z. B. bei der Wiederherstellung von denkmalgeschützten Gebäuden. Dort waren es eher die "armen" Besitzer, die sich die teuren geschliffenen Böden nicht leisten konnten.
Schleifen war früher eine richtige Knochenarbeit, die ohne Maschinen durchgeführt wurde.
Mit Schleifsteinen, verschiedenen Sanden und Ärmelschmalz wurde der Belag feingeschliffen und durch die Verwendung von "klassischen Seifen" und Bienenwachs auf Hochglanz gebracht.
Maschinelle Bearbeitungen
Die industrielle Revolution brachte und bringt bis heute neue Oberflächen. Wir möchten in diesem Artikel mal die einzelnen Oberflächen vorstellen und kritisch betrachten.
1) Geschliffene Oberflächen
Die Bearbeitung mit Schleifmitteln gehört, wie Eingangs bereits erwähnt, zu den ältesten Bearbeitungen. Heute sind aber moderne Maschinen und Schleifmittel an der Tagesordnung. Es gibt aber leider keine Norm oder einfache Möglichkeit der Prüfung der Oberflächenrauigkeit. Was sich z. B. hinter der Bezeichnung "C120" versteckt ist fast allen Architekten und Endkunden nicht bekannt.
Das "C" steht für Carborundum = Siliciumcarbid. Die Zahlen sind historisch zu betrachten. Der Erfinder, ein Herr Acheson, war ein Amerikaner und hat eine Sieblinie für seine Silikate definiert, natürlich mit amerikanischen System. Deshalb bedeuten die Zahlen "Anzahl der Siebmaschen pro quadratzoll". Damit wird die "Korngröße sortiert, mehr nicht. Man kann also anhand der Zahlen keine reproduzierbare Oberfläche erwarten.
Die Unterschiede innerhalb eines Schliffs, z. B. "C 120" liegen neben der Sieblinie des Herstellers auch in der Art der Bearbeitung. Es ist ein Unterschied, ob trocken oder nass, auf einer Unmaßtafelstraße oder Fliesenstraße, werkseitig oder "vor Ort" geschliffen wird. Dazu kommen noch die Eigenschaften des Schleifmaterials hinzu, wie z. B. Bindemittel oder Kornschärfe. Nicht zu vergessen ist, das der Naturstein auch seine Eigenheiten aufweist. Die so entstandene Mikrorauigkeit ist natürlich genauso vielseitig, wie die Verfahren. Auch die Rutschsicherheit ist abhängig von der gesamten Bearbeitungsstruktur. Bei gleicher Schleiflinie ist z. B. hat bei der Magna ein Nero Impala C120 keine "R9", eine Basaltlava aus der Eifel, kann sogar "R11" erreichen.
Eine Problematik bleibt aber immer bei geschliffenen Oberflächen. Die sichtbaren Schleifspuren im Streiflicht.
Viele Kunden "erkennen" erst nach der Verlegung, das geschliffen tatsächlich mit schleifen zusammenhängt und meinen dann, sie hätten einen schönen kostenreduzierenden Mangel gefunden. Auch Glanzunterschiede durch die natürliche Inhomogenität der Bestandteile werden gerne als "Verbilliger" herangezogen. Das gilt nicht nur für "Hartgesteine", sondern für alle Naturwerksteine. Um dem Abzuhelfen ist es sinnvoll dem Kunden im Beratunsgespräch / Angebot bereits folgendes mitzuteilen:
"Geschliffene Oberflächen zeigen immer Schleifspuren im Gegenlicht. Je nach Mineralgehalt und -verteilung sind auch deutliche Glanzunterschiede, innerhalb einer Lieferung unvermeidbar"
Aber geschliffen hat auch Vorteile, z. B. die Möglichkeit die Oberfläche bei Bedarf neu zu schleifen, sei es durch die Unterschiedliche Abnutzung (schleichende Verglättung) oder um Verlegefehler (Überzähne) auszugleichen.
2) polierte Oberflächen
Die attraktivste Seite eines Natursteins ist natürlich die polierte Oberfläche, aber auch hier gibt es zu erklärende Unterschiede zwischen einer "Politur" und "Poliert"
Im Normalfall (bei korrekter Arbeit) ist ein Hartgestein, wie Granit, Bassalt, Gabbro so weit ausgeschliffen, bis keine Schleifspuren mehr erkennbar sind, auch nicht im Streiflicht. Glanzunterschiede zuwischen den einzelnen Mineralien sind z. B. bei Granit nicht auszuschließen.
Bei Marmor und Kalksteinen wird oft eine Politur mit Oxalsäuren aufgebracht, sprich feingeschliffen uns dann mit entsprechenden Mitteln die Oberfläche "verdichtet".
Ein immer wiederkehrendes Problem sind die Laufstraßen, die bei jedem Bodenbelag auftreten. Das Wort "Granit" bedeutet nicht das der Belag immer so aussieht, wie neu.
Vorteil der polierten Flächen ist neben der Optik die beste Reinigungsfähigkeit. Bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Basaltlava, Travertin jeweils ungespachtelt) wird die Rutschsicherheit "R9" nicht erreicht.
3) gelasert / chemisch angeätzt
Mit der Lasertechnik und der Anätzung durch Säuren kann die Oberfläche werkseitig bearbeitet werden um z. B. die Bewertungsgruppe "R9" zu erreichen. Je nach Material und Verfahren sind aber optische Beeinträchtigungen und Verfärbungsrisiken (durch unsachgemäße Ätzung) nicht immer auszuschließen.
4) gebürstete Oberflächen
Gebürsteten Oberflächen eine echte Alternative zum Schliff. Schleifspuren sind meistens nicht sichtbar und je nach Verfahren der einzelnen Hersteller sind die Glanzeffekte und optischen Eigenschaften genauso variabel wie beim Schliff. Die einstellbare Rutschsicherheit geht von "R9" bis zu "R11". Es ist sinnvoll das die vorgelegten Muster beim Kunden vom gleichen Hersteller stammen, wie die tatsächlich gelieferte Ware.
5) Resinierte Gesteine
Böse Zungen behaupte zwar resiniert kommt von resigniert, aber der Ursprung ist die italienische Bezeichnung für "Harz". Dabei werden mit hohem technischen Aufwand sämtliche Poren mit Epoxydharzen verfüllt. Stiche, Kristallsprünge usw. werden optisch kaschiert. Damit können auch Blöcke verarbeitet werden, die sonst beim Kunden nicht auf Gegenliebe stoßen würden. Hauptgrund für den Verschluß ist aber der Schutz der Oberfläche vor Verfleckung. Die Nutzung als Küchenarbeitsplatte kann aber auch eingeschränkt werden, z. B. kann man auf unbehandelten Steinplatten einen heißen Topf abstellen, was bei manchen resinierten Platten zu einem dauerhaften "Kranz" führt. Auch die Farbe der Kanten und eingearbeiteten Abtropfrillen entsprechen oft nicht mehr der Hauptfläche und führen dann zwangsläufig zum Erklärungsnotstand.
6) Geflammt
Geflammte Oberflächen zeichnen sich durch ein hervorragende Rutschsicherheit und schlechte Reinigungsfähigkeit aus.(nur für Granit)                                                                        
7) Antik Klassik

Zeichnet sich durch sehr gute Belastbakeit aus. Hat eine Antike Ausstrahlung wie "Omas Küche". Sehr aufwendiges Verfahren, wo mehrerer Arbeitsschritte benötigt werden um die gewünschte Oberfläche zu erhalten.Wird am Schluß mit einem Wachs versiegelt. Es sind nicht alle Marmorarten dazu geeignet. 
8) gesandstrahlt
Früher wurden Gesteine gesandelt um eine Politur abzuschleifen oder vorzubereiten. Diese körperlich schwere Arbeit wurde noch in den Nachkriegsjahren mit einem speziellen "Stahlkotz" und verschiedenen Sanden durchgeführt. Heute werden Oberflächen mit verschiedenen Mineralien mittels Druckluft sandgestrahlt. Auch hier ist die Bandbreite der Optik bei gleichem Material relativ hoch und sollte auch entsprechend bemustert werden. Zwischen R9 bis R12 ist alles möglich. Wie bei der geflammten Oberfläche sind die Reinigungskosten in Innebereichen relativ hoch.
9) spaltraue Oberflächen
Naturgegebene Oberflächen werden seit Jahrtausenden verwendet. Sandsteine, Tonschiefer, Quarzite oder bruchraue Gneise sind je mehr oder weniger spaltbar. Hier gibt es oft Streit über die angrenzenden Überzähne oder entstehenden Stolperkanten.