Andesit (Naturstein)

Andesit - Herkunft, Merkmale und Verwendung des NatursteinsGranit, Marmor oder Schiefer kennt wohl jedes Kind. Bei Andesit müssen die meisten Menschen passen, obwohl es ein über den gesamten Erdball sehr weit verbreitetes Gestein ist. Allerdings gibt es rund 200 Millionen Menschen, die zumindest den englischen Begriff Andesite kennen. Es handelt sich dabei um Computernutzer, die "Minecraft" spielen, derzeit eines der meistverkauften und erfolgreichsten Computerspiele weltweit. Dort müssen Rohstoffe gewonnen werden, um daraus Gebäude, Werkzeuge und viele andere Dinge herzustellen. Einer dieser Rohstoffe ist Andesit.

Hierzulande wird das Gestein vielleicht auch einen höheren Bekanntheitsgrad erlangen, denn der Berufsverband der Deutschen Geowissenschaftler (BDG) hat Andesit auf Grund der vielfältigen Nutzung und seiner großen Bedeutung für einige Wirtschaftszweige zum "Gestein des Jahres 2020" erkoren.


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Herkunft des Namens und Vorkommen von Andesit


Die erste Beschreibung des natürlichen Gesteins Andesit lieferte der deutsche Geologe Christian Leopold Freiherr von Buch (1774-1853). Er benannte es nach seinem Fundort in den südamerikanischen Anden, wo es weit verbreitet ist. Allgemein kommen Andesite sehr häufig in Vulkanregionen vor, beispielsweise in den geologisch noch jungen Vulkangürteln rund um den Pazifischen Ozean, dem bekannten "Ring of Fire". Auch auf Island im hohen Norden Europas trifft man oft auf Andesit, weshalb das Gestein alternativ als Islandit bezeichnet wird.

Andesit ist ein magmatisches Gestein. Es entstammt dem Vulkanismus von Subduktionszonen, wo sich - wie beim "Ring of Fire" - tektonische Platten unter andere schieben und in den Erdmantel abtauchen, wobei sie zum Teil durch die starke Hitze aufgeschmolzen werden. Auf Grund der vulkanischen Aktivitäten an diesen Erdplattengrenzen sind zahlreiche Gebirgsketten entstanden. Dazu zählen die erwähnten Anden, aber auch heute als Inselbögen bestehende Regionen wie Japan, die Philippinen, Marianen und Alëuten.

In Deutschland gibt es ebenfalls Vorkommen von Andesit, und zwar im Gebiet Saar-Nahe, im Thüringer Wald, im Westerwald, im nordwestlichen Sachsen, im Vorerzgebirge und an zahlreichen weiteren Stellen. Hier findet es sich in den so genannten Rotliegendablagerungen aus dem Oberkarbon und Perm mit einem Alter von 280 bis 300 Millionen Jahren.

Merkmale und Eigenschaften von Andesit

Andesit ist besonders hart und widerstandsfähig. Seine Farbgebung ist vorwiegend dunkel mit Tönen von Grau, Schwarz sowie Braun und Grau mit rötlichem oder violettem Stich, bedingt durch die jeweilige mineralische Zusammensetzung der so genannten Gemengteile. Letztere sind ein wichtiges Merkmal, um Andesit von dem optisch ähnlichen Basaltgestein zu unterscheiden. Beide sind auf Grund ihrer dunklen Mineralanteile dunkel gefärbt. Allerdings beträgt der Anteil bei Andesit weniger als 35 Prozent, bei Basalt mehr als 35 Prozent an Gemengteilen.

Für den Aufbau von Andesit sorgt als hauptsächliches Gemengteil Quarz mit bis zu 53 Prozent. Die zweite wesentliche Komponente ist Palgioklas-Feldspat. Hinzu kommen kleinere Anteile an Pyroxenen wie Augit, Hypersthen und Bronzit, ferner Glimmer, Magnetit, Olivin und Amphibole, die für einen Experten in der Regel alle ohne optische Hilfsmittel erkennbar sind.

Insgesamt ist Andesit von feiner bis mittelkörniger Struktur. Seine Gemengteile sind dicht gepackt, und nicht selten sind Fließrichtungen erkennbar. Zum Teil weist das Gestein Hohlräume auf, die mit Mineralen ausgekleidet sein können. Trotz seiner Härte und Widerstandsfähigkeit gilt Andesit mit einer durchschnittlichen Dichte von 2,5 bis 2,8 g/cm³ im Vergleich zu anderen Gesteinen als relativ leicht.

Verwendung und wirtschaftliche Bedeutung von Andesit

Andesit wird einerseits als Splitt oder Schotter für so "profane" Zwecke wie Straßen- und Gleisbau oder als Zuschlag bei der Asphalt- und Betonproduktion verwendet. Andererseits ist er aber auch ein gern gesehener Werkstoff für die Bildhauerei von Statuen und Denkmälern sowie für Wand- und Bodenbeläge. In der berühmten Londoner Westminster Cathedral und anderen repräsentativen Gebäuden wurde er zur Herstellung von Mosaikfußböden genutzt. Als Naturwerkstein wird er in Europa unter anderem auf dem Peloponnes in Griechenland sowie in Südtirol abgebaut.

Andesit ist nicht nur hart und widerstandsfähig, sondern auch rutschfest und unempfindlich gegen Frost. Auf Grund dieser Eigenschaften eignet er sich hervorragend für Bodenbeläge in Innenräumen sowie für Treppen, Terrassen und Wege. Dabei spielt auch seine überwiegende Farbgebung von Schwarz und Grautönen eine Rolle, die ausgezeichnet zu schlicht-eleganter moderner Architektur und entsprechendem Ambiente passt.

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