Granodiorit - Naturstein


Der Name des Natursteins Granodiorit ist eine Kombination aus Granit und Diorit. Granodiorit nimmt eine Zwischenstellung zwischen diesen Natursteinen ein. Im Aussehen und den Eigenschaften ähnelt es stark dem Granit. Deshalb wird es manchmal regional mit diesem Gestein gleichgesetzt. Zum Beispiel ist Lausitzer Granit eigentlich Granodiorit.

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Entstehung und Zusammensetzung von Granodiorit

Wenn Magma, das flüssige Gestein im Inneren der Erde, zwischen höherliegende, feste Schichten der Erdkruste aufsteigt und dort langsam erstarrt, wird es zum Intrusionsgestein. Granodiorit entstand auf diese Weise hauptsächlich im Paläozoikum vor 541 Millionen bis 251,9 Millionen Jahren. Es gehört demnach zu den magmatischen Gesteinen intrusiver Herkunft. Von anderen Natursteinen, die sich auf die gleiche Weise gebildet haben, unterscheidet es sich durch das Kristallgefüge und die chemische Zusammensetzung. Weil diese in bestimmten Grenzen schwankt, wird in der Fachwelt die Mehrzahl Granodiorite benutzt.

Granodiorite besteht hauptsächlich aus Feldspaten, Quarzen und Glimmermineralien.
Feldspate enthalten in unterschiedlichen Anteilen Verbindungen
aus Barium, Kalzium, Natrium, Kalium oder Ammonium
mit Aluminium, Bor oder Silizium und Sauerstoff.
Quarze bestehen aus Siliziumdioxid, das in verschiedenen Kristallformen vorkommt.
Glimmer enthalten neben den bereits genannten chemischen Elementen auch Magnesium- und Eisenverbindungen.

Der Siliziumdioxidgehalt in Granodioriten liegt zwischen 63 % und bis zu 73 %. Dieser Wert wird unter anderem zur Einteilung von Mineralien herangezogen. Nach der dementsprechenden Gliederung handelt es sich bei Granodioriten um saure Gesteine, die sich von intermediären und basischen Gesteinen unterscheiden.

Vorkommen


Granodiorite kommen in allen Teilen der Welt vor. Am häufigsten sind sie dort anzutreffen, wo sich die Erdplatten gegeneinander verschieben (Subduktionszonen). Dort findet flüssiges Gestein in höheren Schichten der Erdkruste Raum. Große Vorkommen sind in der Sierra Nevada, in Nordamerika, in Peru und in Australien anzutreffen. Europäische Abbaugebiete gibt es zum Beispiel in Österreich, Finnland, Frankreich, Italien, Tschechien und der Slowakei. In Deutschland wird Granodiorit in fast allen Mittelgebirgen gewonnen.


Eigenschaften und Vorteile des Granodiorit-Natursteins


Beim Erstarren der Gesteinsschmelze bilden sich aus den einzelnen Mineralien Kristalle. Wegen der unterschiedlichen Schmelztemperaturen können die Bestandteile, die zuerst erstarren, zu größeren Kristallen anwachsen. In den Zwischenräumen kristallisieren die Mineralien, die am längsten flüssig bleiben. Daraus resultiert ein grob- bis mittelkörniges Gefüge aus hellen und dunklen Kristallen.

Das kompakte Gestein hat eine weißgraue bis dunkelgraue Farbe, die bis ins bräunliche gehen kann. Es ist relativ leicht. Die Dichte liegt zwischen 2,62 und 2,85 g/cm³. Der Naturstein ist sehr witterungsbeständig und abriebfest.

Zu den Vorteilen dieses Natursteins zählen vor allem die Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse und mechanischen Verschleiß. Die bei der Entstehung zufällig zusammengetroffenen Mineralien und häufig vorkommende Einschlüsse ergeben ein einzigartiges Erscheinungsbild, das jedes Bauteil zum Unikat macht.

Granodiorit ist außerdem antiallergisch, unbrennbar und rutschhemmend. Vorteilhaft ist auch der geringe Pflegeaufwand.

Weil bei der Gewinnung und Verarbeitung keine chemischen Umwandlungen erforderlich sind, ist der Energieaufwand wesentlich geringer als bei der Herstellung von künstlichen Baustoffen, wobei vor allem die Zementherstellung äußerst energieaufwändig ist. Da auch bei der Entsorgung keine Probleme auftreten, gehört die Verwendung von Natursteinen zu den umweltfreundlicheren Methoden im Bauwesen.


Anwendungsbereiche


Aus Granodiorit wurden zahlreiche Skulpturen hergestellt und Brunnen gebaut. Auch der Stein von Rosette besteht aus diesem Material. Mit seiner in drei Sprachen verfassten Inschrift hat er zum Verständnis der Hieroglyphen-Schrift beigetragen.

Im Bauwesen wird Granodiorit als Pflaster-, Rand- und Fassadenstein sowie für Terrassen- und Trittplatten verwendet. Weil es sich gut schleifen und polieren lässt, wird es auch im Innenbereich als Treppen- oder Bodenbelag eingesetzt. Beim Straßenbau wird es als Körnung für Straßenbeläge genutzt.

Im Natursteinhandel taucht der Begriff Granodiorit selten auf. Die Ähnlichkeit mit dem bekannteren Granit - sowohl im Aussehen als auch in den bauphysikalischen Eigenschaften - führt dazu, dass das Material meistens unter diesem Namen angeboten wird.
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